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Kavall’s installative Konzertperformance „Spatial Guitar“ erweitert die elektrische Gitarre zu einem räumlich spielbaren Instrument, dessen Klang das Publikum umgibt. Inspiriert ist diese Anordnung vom Klang englischer Kirchenglocken, den Kavall während eines längeren Englandaufenthaltes erforschte. Die kreisförmig angeordneten Turmglocken, die von Hand in permutierenden Patterns geläutet werden, entfalteten bei seinen Aufenthalten im Kirchturm eine immersive, klangliche Wirkung, die er in ‚Spatial Guitar’ auf die Gitarre überträgt.

Der Klang der Gitarre wird in in den Klang der einzelnen Saiten unterteilt. Diese werden in der Komposition und in der Klangbearbeitung als eigenständige musikalische Stimmen behandelt und je einer der im Hexagon um das Publikum aufgebauten Lautsprecherstelen zugewiesen.
Die Unterteilung der Gitarre in einzelne Stimmen und deren voneinander unabhängige, räumliche Platzierung ermöglichen neue Formen von Kompositionen, die sich in räumlich choreografierten Tonfolgen, zirkulierenden Patterns und pulsierenden Texturen um das Publikum ausbreiten und die sich wie die einzelnen Stimmen eines Orchesters als Klang im Raum mischen.

Kavall ist ein in Berlin lebender Komponist und Multiinstrumentalist. Seine Musik ist geprägt von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Performance und Tanz, und den damit verbundenen Themen der räumliche Bewegung und körperlichen Wahrnehmung von Musik. Ursprünglich Gitarrist, verwendet er verschiedene, technisch erweiterte oder selbst designte Saiteninstrumente, deren Klang er durch intensive Klangbearbeitung weiter interpretiert.